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Straßen in Wallenhorst gesperrt: Kröten wandern

Wallenhorsts Umweltbeauftragte Isabella Draber mit zwei Erdkrötenpärchen am Schutzzaun in Hollage-Brockhausen. Foto: André Thöle / Gemeinde Wallenhorst
Wallenhorsts Umweltbeauftragte Isabella Draber mit zwei Erdkrötenpärchen am Schutzzaun in Hollage-Brockhausen. Foto: André Thöle / Gemeinde Wallenhorst
Kaum ist der Schnee geschmolzen und die Temperatur angestiegen, machen sich die Amphibien auf den Weg zu ihren Laichgewässern. Ihre Wanderung dauert voraussichtlich bis in den April hinein. Daher sperrt die Gemeinde Wallenhorst zum Schutz einige Straßen.

Kröten, Frösche, Molche und Salamander machen sich bei für sie günstigen Witterungs- und Temperaturverhältnissen, vor allem in milden, regnerischen Nächten, auf den Weg. In den meisten Fällen führt dieser Weg über ein todbringendes Hindernis: unsere Straßen. Dabei sterben die Tiere nicht nur, wenn sie von einem Reifen überrollt werden. Studien zeigen, dass ab einem Tempo von 50 km/h der Unterdruck unter dem Fahrzeug bereits zum Tod der Tiere führen kann.

Ehrenamtliche Helfer gesucht

Schutz vor Autos sollen „Krötenzäune“ bieten. Jedes Jahr erklären sich freiwillige Helferinnen und Helfer bereit, diese Zäune früh morgens zu kontrollieren und die Tiere in Eimern sicher über die Straße zu bringen. Die Betreuung eines solchen Amphibienschutzzaunes dauert etwa einen Monat.

In Hollage-Brockhausen stellte die Ortsgruppe des BUND in Kooperation mit der Gemeinde Wallenhorst einen rund 350 Meter langen Krötenzaun auf. Einen weiteren Schutzzaun errichten die ehrenamtlichen Naturschützer entlang der Straße Haster Berg in Rulle. Für diese beiden Projekte sucht der BUND weiterhin interessierte Betreuerinnen und Betreuer. Wer bei der Amphibienschutzaktion mitmachen möchte, kann sich unter Telefon 0541 2003977 an den BUND im Umweltzentrum in Osnabrück wenden.

Straßen gesperrt

Die Gemeinde Wallenhorst sperrt zum Schutz der einheimischen Amphibien im Frühjahr nachts an den Hauptwandertagen einige Straßen. Im Nettetal verläuft im Bereich der Straßenkreuzung Garthauser Reihe / Nettetal / Anne Wiewellen die Hauptwanderroute von sieben Amphibienarten. Die Frosch- und Schwanzlurche verlassen nach der Winterruhe ihre Bodenverstecke und laufen in der Dunkelheit direkt zu ihren Laichgewässern, die rund um den Hof Pohlkötter liegen.

In Hollage, Lechtingen und Wallenhorst werden drei weniger wichtige Straßen im Außenbereich ganztägig gesperrt. Umleitungen von wenigen Hundert Metern sind eingerichtet. Die Gemeinde Wallenhorst bittet die Autofahrerinnen und -fahrer, diese Sperrungen nicht zu missachten. Ein unbefugtes Beiseite-Räumen der Sperrböcke ist eine Ordnungswidrigkeit und wird seitens der Gemeinde Wallenhorst mit einem Bußgeldverfahren verfolgt.

Warnschilder statt Zaun in Brockhausen

Bereits im vergangenen Jahr wurden zusätzlich neue Warnschilder in Brockhausen aufgestellt. Hier wandern die Tiere aus dem nördlich gelegenen Wald unmittelbar durch den Siedlungsbereich zu ihren Laichgewässern. Eine Straßensperrung oder der Aufbau eines Zaunes sind in der Siedlung nicht möglich, daher ist hier bei der Durchfahrt ab Beginn der Dämmerung jedes Jahr besondere Vorsicht geboten.

wa/pm, Foto: André Thöle / Gemeinde Wallenhorst

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Gemeinde Wallenhorst

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