Der Pingelstrang wird zwischen Kreisverkehr Pyer Kirchweg bis Höhe Kiefernweg eine Tempo 30 Zone. Das geht aus den Unterlagen der nächsten Bauausschusssitzung hervor. Warum der letzte Rest bei Tempo 50 bleibt, hat unter anderem sehr interessante Begründungen, wie Ratsmitglied Alexander Strehl berichtete.
Rita und Berthold Stolte hatten vermutlich nicht mit einer so schnellen Antwort gerechnet. Das Paar wohnt am Pingelstrang Höhe Am Exerzierplatz und hatte den Bürgermeisterkandidaten Alexander Strehl eingeladen. Der Grund: Im leichten Knick der Straße wird laut ihrer Aussage häufig mehr als 50 gefahren. Zudem kommt es mit überhöhter Geschwindigkeit und am Bordstein parkender Autos häufig zu brenzligen Situationen. Deshalb fordern sie mit einigen Nachbarn zusammen Tempo 30 an der Stelle. Berthold Stolte: “Hier fahren immer mehr Schulkinder entlang und zusätzlich ist das Ausparken von unseren Grundstücken höchstgefährlich.”

Pingelstrang: 350 Meter bleiben Tempo 50
Doch ausgerechnet diese Stelle wird Tempo 50 behalten, wie Stoltes und ihre Nachbarn beim Treffen mit Strehl erfuhren. Der hatte Unterlagen für die nächste Bauausschusssitzung mitgebracht und berichtete von der Novelle des Straßenverkehrsgesetz. Anhand dieser gilt der Pingelstrang als Schulweg und soll fortan zur Tempo 30 Zone werden. “Das wird der Bauausschuss am Dienstag beschließen”, erläuterte Strehl, der für die Grünen im Rat sitzt. Aber: Genau da wo Stoltes und Nachbarn wohnen, ist er kein Schulweg mehr. Das ließ sich Strehl vom Rathaus bestätigen. Mag es für diesen Fall einen gesetzlichen Rahmen geben, gibt es aber ein weiteres Argument, dass bei den Anwesenden für noch mehr Kopfschütteln sorgt: Dort müsse Tempo 50 bleiben, da die Busse sonst ihre Zeitpläne nicht einhalten können, laut Strehl. 350 Meter, auf denen 20 km/h scheinbar einen großen Unterschied machen.
Polizei hält Abschnitt für unbedenklich
Dass die Anwohner mit ihren Schilderungen recht haben, konnte jeder beim Termin direkt an der Straße merken. Mehrere Fahrzeuge und sogar Busse rauschten mit mehr als 50 km/h und teils spannenden Manövern vorbei. Strehl möchte für dieses Thema weiter das Gespräch suchen – auch mit der Polizei. Die ordnet den Abschnitt nach Strehls Aussagen ebenfalls als unbedenklich ein.
Text und Fotos: Markus Noldes



