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Passionsspiel-Gemeinschaft distanziert sich von der „Jugendszene“

Die Darstellung des Hohen Rates sorgt für Kritik. Die Passionsspiel-Gemeinschaft distanziert sich derweil von der Zeitschrift „Jugendszene“. Foto: Rolf Vonstrohe
Die Darstellung des Hohen Rates sorgt für Kritik. Die Passionsspiel-Gemeinschaft distanziert sich derweil von der Zeitschrift „Jugendszene“. Foto: Rolf Vonstrohe
Die Passionsspiel-Gemeinschaft im Osnabrücker Land, die ihre Wurzeln in Wallenhorst hat, distanziert sich in einer Mitteilung von der Zeitschrift „Jugendszene“. Das umstrittene Blatt wird in Wallenhorst, Neuenkirchen und Bramsche verteilt und von der Communität junger Christen (CJC e.V.) aus Bramsche-Malgarten herausgegeben.

„Leider wird das Passionsspiel immer wieder mit gewissen Inhalten und Aussagen aus der Zeitschrift  „Jugendszene“ in Verbindung gebracht. Die „Jugendszene“ ist jedoch völlig autark zu betrachten und von diesen Aussagen distanzieren wir uns ganz klar“, heißt es in einer Mitteilung der Passionsspiel-Gemeinschaft, die unserer Redaktion vorliegt.

Ein Artikel von Pfarrer Anton Behrens in der „Jugendszene“ hatte Wallenhorsts Bürgermeister Otto Steinkamp in diesem Jahr dazu veranlasst, der Passionsspiel-Gemeinschaft den Aufführungsort in Wallenhorst zu entziehen. Notgedrungen mussten die Passionsspiele in Bramsche stattfinden (wir berichteten).

„Neben einer Reihe weiterer Artikel halten wir insbesondere den umstrittenen Vergleich von Schwangerschaftsabbrüchen mit dem Holocaust für deplatziert. Auch, wenn sich bei intensiver Auseinandersetzung mit dem Thema scheinbare Parallelen andeuten sollten, hinkt dieser Vergleich in jedem Falle und ist daher ungeeignet, das Problem zu verdeutlichen“, heißt es weiter. „Mit Blick auf die jüngere deutsche Geschichte verbietet sich ein solcher Vergleich per se“, fasst Miriam Gutendorf die Haltung des Organisationsteams zusammen.

Sie ergänzt: „Wir unterstützen solche provokanten Botschaften in keiner Form und sind daher froh, dass wir für unsere Arbeit durch Domkapitular Dr. Hermann Wieh Unterstützung durch das Bistums erhalten.“ (Unsere Redaktion berichtete.) In dieser Zusammenarbeit gibt es bereits konkrete Ansätze über die berichtet werden kann. Wieh lobt das große Engagement der Passionsspiel-Gemeinschaft, stellt aber auch einen Kritikpunkt heraus: „Die jüdischen Szenen, wo es um die Ablehnung der Juden gegen Jesus geht, sind sehr stark ausgeprägt. Da könnte man dem Passionsspiel antisemitische Tendenzen zusprechen und um Missverständnissen vorzubeugen, würde ich diese Szenen überarbeiten.“

Im Wesentlichen geht es bei der Kritik um die Darstellung der Verurteilung durch den Hohen Rat. Tatsächlich spielt die Gemeinschaft die entsprechenden Szenen exakt so, wie sie in der Bibel stehen (Joh 19, 1-16). Der aktuelle Zeitgeist und vor allem die jüngere deutsche Geschichte geben aber Anlass, den einen oder anderen Aspekt etwas genauer zu hinterfragen. „Im Organisationsteam besprechen wir diese Thematik derzeit intensiv und arbeiten unter diesen Gesichtspunkten am Skript für das neue Stück. Wir hoffen, durch unsere Bemühungen wieder viele Menschen mit unserem Passionsspiel erreichen zu können“, teilt das Organisationsteam abschließend mit.

F. Ro. mit V. Hol./pm, Foto: Rolf Vonstrohe

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