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CDW: „Neue Wohnkonzepte für Wallenhorst”

Marlen Beyer und Marlene Posnin (CDW) auf der „Grünen Wiese“ im Zentrum von Wallenhorst. Foto: CDW
Marlen Beyer und Marlene Posnin (CDW) auf der „Grünen Wiese“ im Zentrum von Wallenhorst. Foto: CDW
Die CDW-Fraktion in Wallenhorst wünscht sich neue Konzepte für das Wohnen im Alter. Benötigt wird mehr als nur ein Dach über den Kopf. Daher nennt die CDW konkrete Vorschläge und Alternativen.

Klimawandel, Mobilität und Wohnen im Alter sind die großen Herausforderungen der kommenden Jahre. Nach neuesten Statistiken wird 2035 jeder dritte Bundesbürger über 60 Jahre alt sein. 2060 wird dann unsere Bevölkerung zur Hälfte aus Menschen über 60 Jahre bestehen, wenn die Bevölkerungsentwicklung weitergeht wie bisher. Auch für Wallenhorst trifft nach Aussage der Bertelsmann-Stiftung, die die demografische Entwicklung aller Kommunen in Deutschland verfolgt, diese Statistik zu.

Die Zahlen zeigen, dass wir uns jetzt um das Thema „Wohnen im Alter“ intensiv Gedanken machen müssen. Möglichst lange selbstbestimmt in gewohnter Umgebung leben können – das ist der Wunsch der meisten älteren Menschen. Aber wie kann das Aussehen? Sind die Voraussetzungen in meinem Haus oder in der Wohnung, in der ich jetzt lebe, dafür gegeben? Möchte ich im Alter allein leben, in Gesellschaft gleichaltriger oder mit verschiedenen Generationen zusammen?

Viele Verbände und Institutionen und natürlich auch die Politik beschäftigen sich mit diesem wichtigen Thema. Die CDW hat an verschiedenen Fachtagungen zum demografischen Wandel teilgenommen und unterschiedliche Wohnmodelle mit ihren Vor- und Nachteilen kennengelernt. Oft leben alleinstehende Menschen im fortgeschrittenen Alter in ihren viel zu groß gewordenen Häusern oder Wohnungen. Viele Kinder wohnen berufsbedingt nicht mehr in der Nähe, Nachbarschaften greifen nicht mehr und Vereinsamung droht.

Die Senioren würden sich u.U. wohnlich verändern, wenn es Alternativen gibt und eine höhere Lebensqualität damit verbunden wäre. Der freiwerdende Wohnraum wäre dann für Familienideal. Wir brauchen auch in Wallenhorst alternative Wohnformen möglichst in zentralen Lagen, um die Lebensqualität der immer älter werdenden Menschen zu verbessern – Wohnformen, die privaten Rückzugsraum und gemeinschaftliches Leben verbindet.

Wie können die aussehen? Hier einige Beispiele:

  • Gemeinschaftliches Wohnen – In einem größeren Objekt entstehen private Wohnungen und Zusätzlich Gemeinschaftseinrichtungen wie z.B. Gesellschaftszimmer mit Küche, Gästezimmer, Hobby-/ Bewegungsraum. Je nach Neigung werden gemeinsame Aktivitäten von den Bewohnern organisiert.
  • Mehrgenerationenwohnen – Personen unterschiedlichen Alters leben jeweils in ihren eigenen Wohnungen mit dem Ziel, sich gegenseitig zu unterstützen.
  • Betreutes Wohnen – Ältere Menschen leben in kleinen Wohnungen und können je nach Alltagssituation Dienstleistungen wie z.B. Essen, Reinigung u. Betreuung dazubuchen. Eine Sozialstation ist im Haus.
  • Seniorendorf – In einer Siedlung mit barrierefreien Einzelhäusern und einem Gemeinschaftshaus leben ältere Menschen eigenständig zusammen.
  • Mitwohnen – Ältere Menschen stellen in ihrem Haus eine Wohnung/Zimmer zur Verfügung und die Miete wird mit Hilfsleistungen wie z.B. Gartenpflege, Einkaufen und Gesellschaft verrechnet.

Nicht jede dieser Wohnformen ist für alle geeignet. Wir wollen hiermit nur Alternativen aufzuzeigen. Ein Großteil der erforderlichen Seniorenwohnungen wird aber durch barrierefreie Sanierungen des Altbestandes entstehen müssen, auch um bezahlbaren Wohnraum zu erhalten. Hier greift eine Bundesförderung durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), die altersgerechte und barrierefreie Umbaumaßnahmen bezuschusst. Eine rasante Zunahme der Anträge für das Zuschussprogramm zeigt aber, dass die Mittel hierfür deutlich erhöht werden müssen. Wir fordern die Politiker in den entsprechenden Gremien auf, sich hierfür stark zu machen. In Wallenhorst waren bis vor Kurzem die Wohnbauflächen in Neubaugebieten ausschließlich Familien mit Kindern vorbehalten. Erst in jüngerer Zeit ist die Bauplatzvergabe auch an ältere Mitbürger, die noch einmal barrierefrei bauen wollen und der Mietwohnungsbau hinzugekommen.

Die Gemeinde kann selbst keine Gebäude für Wohnprojekte erstellen, aber sie könnte unterstützen und z.B. Grundstücke vorhalten, Projekte mit initiieren, die Öffentlichkeitsarbeit übernehmen, eine Anschubförderung leisten. Das Land Niedersachsen hat ein Förderprogramm „Wohnen und Pflege im Alter“ bis 2025 verlängert. Ziel ist die Umsetzung modellhafter regionaler Projekte, die insbesondere im ländlichen Raum ein weitgehend selbständiges Leben älterer Menschen im häuslichen Wohnumfeld auch bei Hochaltrigkeit oder Pflegebedürftigkeit ermöglichen.

Die CDW wird in Zukunft bei der Wohnflächenentwicklung ein Augenmerk darauf richten, ob bestimmte Flächen für alternative Wohnformen in Frage kommen wie z.B. auf der „Grünen Wiese“ im Zentrum von Wallenhorst oder auf der „Kruse-Fläche“ in Rulle.

Für die CDW-Fraktion
Marlene Posnin

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