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CDU: Verfehlt Wallenhorst die Klimaziele des Landkreises?

Holger Pellmann vor den Windkraftanlagen im Gewerbegebiet „Schwarzer See“ in Wallenhorst. Foto: CDU Wallenhorst
Holger Pellmann vor den Windkraftanlagen im Gewerbegebiet „Schwarzer See“ in Wallenhorst. Foto: CDU Wallenhorst
Im Dezember 2011 beschloss der Kreistag im Landkreis Osnabrück Klimaziele und Maßnahmen. Die CDU Wallenhorst sorgt sich, ob die Gemeinde Wallenhorst die Klimazeile verfehlt. Eine Pressemitteilung der CDU.

Im Dezember 2011 beschloss der Kreistag Klimaziele und Maßnahmen. So soll der Stromverbrauch im Landkreis bis 2030 zu 100% aus erneuerbaren Energiequellen wie z.B. Wasserkraft, Windkraft oder Solarenergie gewonnen werden. Das ist ein ambitioniertes Ziel, das unlängst auch die „Klima Union“ als Ziel für Deutschland ausgerufen hat. Doch der Landkreis Osnabrück zeigt, dass dieses Ziel erreichbar ist. Nur in Wallenhorst kommt die Nutzung der „Erneuerbaren“ so voran. Während der Landkreis Anfang 2019 eine Quote von 80% verkündete, liegt in Wallenhorst der Anteil bei weniger als 15%. Zwar rechnet der Landkreis das Stahlwerk Georgsmarienhütte als autarken Großverbraucher aus seiner Statistik raus, aber in Wallenhorst ist der Gesamtstromverbrauch pro Einwohner mangels Industrie deutlich unter dem Landkreisdurchschnitt ohne Stahlwerk.

Den Löwenanteil am Strom aus erneuerbaren Energien liefern in Wallenhorst die drei Windkraftanlagen am Schwarzen See. Diese Standorte werden zukünftig wegfallen, denn das neue Gewerbegebiet dürfte eine Laufzeitverlängerung über die genehmigten Laufzeiten hinaus verhindern.

Und noch gar nicht berücksichtigt wurde die Verbrauchsprognose für 2030. Die hat Bundeswirtschaftsminister Altmaier in der vergangenen Woche korrigiert. So ist ein Anstieg des jährlichen Stromverbrauchs in Deutschland von ca 544 TWh in 2020 auf 655 TWh im Jahr 2030 anzunehmen. Haupttreiber dieses Mehrverbrauchs werden ca 6 Millionen neue Wärmepumpen sowie ca 14 Millionen Elektro-PKW sein. Das ist ein Zuwachs von ca 20 Prozent. Im Gemeinden wie Wallenhorst mit wenig Industrie, aber vielen Wohnhäusern und PKWs wird der Mehrverbrauch prozentual deutlich höher ausfallen. Bei Mehrverbräuchen von 40 bis 50% in Wohngebieten kommen die Verteilnetze in den Siedlungen an Ihre Grenzen. Die Gemeindewerke Wallenhorst haben zusammen mit den Stadtwerken Osnabrück das Stromnetz übernommen. Evtl. erforderliche Ausbauten und größere Investitionen in das Stromnetz können am Ende zur Belastung für den Gemeindehaushalt werden.

Wallenhorst braucht also einen Plan für das Jahr 2030. Es muss geprüft werden, welche Auswirkungen die Elektrifizierung von Verkehr und Wohnhausheizungen auf die Stromverteilnetze in Wallenhorst hat. Wir brauchen einen Plan, wie wir in Wallenhorst die Klimaziele des Landkreises erreichen und einhalten können. Da für neue große Windkraftanlagen kaum Platz auf dem Gemeindegebiet vorhanden ist, sollte der Schwerpunkt auf den Ausbau der Photovoltaik gelegt werden. Die CDU fordert die Erarbeitung eines Maßnahmenpaketes, um den Ausbau der Photovoltaik im Gemeindegebiet massiv anzuschieben. Der Landkreis hat mit dem Solarkataster bereits gute Vorarbeit geleistet. Die Stadt Osnabrück war in den letzten Jahren in diesem Bereich sehr erfolgreich und vermeldete für 2020 einen Zuwachs von 200 Anlagen. Aufgrund der überwiegenden Bebauung mit Ein- und Zweifamilienhäusern ist das Potential in Wallenhorst riesig. Wenn alle Hausbesitzer mitziehen, könnten wir in Wallenhorst mehr Strom erzeugen als wir selbst verbrauchen. Die Gemeinde bzw. sie Gemeindewerke sollten mit gutem Beispiel voran gehen und alle öffentlichen Gebäude mit PV-Anlagen nachrüsten.

Holger Pellmann
Vorsitzender CDU Ortsverband Wallenhorst
Foto: CDU Wallenhorst

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CDU Wallenhorst

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