„Rückblickend die richtige Entscheidung“ Vom Fast-Profi zur Trainerin in Hollage: Franziska Giesekes Weg an den Benkenbusch

Franziska Gieseke steht erstmal nur an der Seitenlinie. Mit der I. Damen in Hollage hat sie hohe Ziele. Foto: Karl-Heinz Rickelmann

Franziska Gieseke ist die neue Trainerin der Fußballerinnen von Blau-Weiss Hollage. Die 28-jährige Ex-Bundesligaspielerin blickt auf eine spannende Laufbahn am Rande des Profifußballs zurück – allerdings auch auf zwei schwere Verletzungen. 

Im März 2026 absolvierte Gieseke ihr zweites Pflichtspiel für Hollage nach ihrem Wechsel vom ATS Buntentor an den Benkenbusch. Nach 50 Minuten verletzte sie sich jedoch, musste ausgewechselt werden. Kurz danach die bittere Diagnose: Kreuzbandriss. Schon der zweite ihrer Karriere nach 2023. Die Reha läuft noch. Ob Gieseke in der kommenden Saison für Hollage auflaufen wird, ist fraglich.

„Wenn du meine Bekannten fragst, werden sie alle sagen, dass ich die Fußballschuhe an den Nagel hängen soll. Aber das möchte ich selbst entscheiden. Vielleicht werde ich auch nur noch zehn Minuten spielen. Aber es soll meine Entscheidung sein”, sagt Gieseke selbstbewusst. Ursprünglich sollte sie als Spielertrainerin Robert Borgelt an der Seitenlinie ersetzen. Die erneute Verletzung durchkreuzte die Pläne. „Aber es macht Spaß. Die Mädels ziehen richtig gut mit”, sagt sie.

Von Alfhausen zu Werder Bremen

Aufgewachsen ist Gieseke in Alfhausen. Der dortige SVA ist ihre fußballerische Heimat. Über Quitt Ankum und die DJK Schlichthorst ging es 2013 zur U17 des SV Meppen. In der B-Juniorinnen-Bundesliga erzielte sie 34 Tore in 27 Spielen. Zwei Jahre später debütierte sie als 16-Jährige für den SVM in der 2. Bundesliga, kickte dort bis 2017. Dann folgte der Wechsel zu Werder Bremen in die Bundesliga. In zwei Spielzeiten stand sie in 17 Partien in der höchsten deutschen Liga auf dem Platz. 20 Länderspiele von der deutschen U15 bis zur U20 stehen außerdem in ihrer Vita.

2020 stand Gieseke schließlich vor der Wahl: Fußball oder Beruf? Selbst als Bundesligaspielerin konnte sie ihren Lebensunterhalt nicht mit dem Sport verdienen. Also fiel ihre Wahl auf den Beruf. „Rückblickend war die richtige Entscheidung”, sagt sie heute und schwelgt kurz in Erinnerungen: „Die Zeit in Meppen und Bremen war super aufregend. Ich habe mit vielen bekannten Spielerinnen zusammen gespielt.” Eine ihrer langjährigen Weggefährtinnen beim SVM war beispielsweise Nationalspielerin Elisa Senß (Real Madrid). Bei Werder gehörten die Nationalspielerinnen Selina Cerci (FC Arsenal) und Giovanna Hoffmann (VfL Wolfsburg) zu ihren Teamkolleginnen.

Mit Hollage in die Regionalliga?

Von Werder ging es 2020 zum ATS Buntentor aus Bremen. Dort spielte sie bis auf die Zeit nach ihrem Kreuzbandriss 2023 bis 2026, dann folgte der Wechsel zu Blau-Weiss Hollage, auch aus beruflichen Gründen. Dort möchte sie etwas Solides auf die Beine stellen. Als Trainerin hat sie bereits Erfahrung gesammelt: Als Jugendtrainerin in Buntentor und als Landestrainerin des Bremer Verbandes. In dieser Saison ist Platz zwei bis fünf das Ziel, betont Gieseke. Mittelfristig könnte auch die Regionalliga ein Ziel sein. „Die Bedingungen dafür sind hier gegeben, der Verein unterstützt uns. Aber es ist kein Muss”, sagt sie. 

Die Saison in der Oberliga startet für BWH am 23. August (13 Uhr) mit einem Gastspiel beim TuS Lutten. Eine Woche später (30. August, 13 Uhr) gastiert der TV Jahn Delmenhorst zum Hollager Heimauftakt am Benkenbusch. Dort steigt auch am 11. September (19.30 Uhr) das Derby gegen die SG TSG Burg Gretesch/Osnabrücker SC.