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„Treffpunkt Wirtschaft“ zieht Parallelen zum Profifußball

Daniel Thioune, Frank Willenborg und Manfred Glüsenkamp (von links) richten ihren Blick stets auf Lösungen. Foto: Thomas Remme
Daniel Thioune, Frank Willenborg und Manfred Glüsenkamp (von links) richten ihren Blick stets auf Lösungen. Foto: Thomas Remme
Einblicke in die Welt der Sportpsychologie bekamen rund 140 Gäste bei der 13. Auflage des „Treffpunkts Wirtschaft“ im Wallenhorster Rathaus. Die Volksbank Bramgau-Wittlage und die Gemeinde Wallenhorst hatten dazu am Dienstag, 23. Oktober, Interessierte aus Handel, Industrie, Handwerk, Landwirtschaft und Politik eingeladen. Das Thema lautete: „In Führung gehen – Führungskräfte im Brennpunkt ständiger Veränderungsanforderungen – Motivationsimpulse aus der Sportpsychologie“.

„In Führung gehen heißt auch, Verantwortung zu übernehmen“, betonte Bürgermeister Otto Steinkamp in seiner Begrüßung. Entsprechende Führungsqualitäten zeigten an diesem Abend die drei Referenten: Sportpsychologe Manfred Glüsenkamp, Fußballlehrer und Chef-Coach des VfL Osnabrück Daniel Thioune und Bundesliga-Schiedsrichter Frank Willenborg. Die Wahl des Themas war Volksbank-Vorstand Holger Benitz ein wichtiges Anliegen, denn „Motivationsimpulse sind für Führungskräfte von entscheidender Bedeutung. Die Sportpsychologie im Profisport bietet direkt umsetzbare Ansätze für Unternehmen.“

So entwickelte sich ein spannender Abend, an dem Fragen wie „Wie gehe ich als Führungskraft mit Fehlern und Ängsten um?“, „Empfinde ich meinen Job als Bedrohung oder Herausforderung?“ oder „Wie betreibe ich Selbstfürsorge?“ betrachtet wurden. Sportpsychologe Glüsenkamp beleuchtete die Fragestellungen aus wissenschaftlicher Sicht, während Willenborg und Thioune sie mit praktischen Beispielen aus ihrem Alltag anreicherten.

„Das Streben nach Glück“ war für Glüsenkamp gleich zu Beginn eine Kernaussage. Aus Sicht des Profisportlers könne es als Bedrohung, aber auch als Herausforderung empfunden werden und sogar mit Ängsten verbunden sein. Als Profischiedsrichter erlebt Willenborg diese Ambivalenz zwischen Angst, Bedrohung und Herausforderung bei kurzfristigen Spielansetzungen, denn kurz vor dem Einlaufen ins Stadion komme der Gedanke, „Ich könnte jetzt auch einfach nebenan im Biergarten sitzen.“ Doch dann liefen für ihn Rituale ab, die den Profi als Führungskraft auszeichnen würden: 75.000 Zuschauer würden ausgeblendet und nach dem Spiel setze ein Gefühl des emotionalen Kicks ein.

Eine klare Antwort gab auch Thioune: „Wenn du was willst, dann mach es auch!“ Für ihn war es daher im Juni 2016 alternativlos, Profitrainer zu werden. Die fachliche Qualität durch die elitäre Ausbildung zum Fußballlehrer führe zwangsweise zu Eigenschaften, die Angst nicht zuließen. Und „es gibt doch nichts Geileres, als auf dem Betzenberg in Kaiserslautern vor 40.000 Zuschauern zu spielen“.

Die Referenten spielten sich die Bälle zu. Glüsenkamp übertrug die Erfahrungen und Emotionen von Schiedsrichter Willenborg und Cheftrainer Thioune auf Führungskräfte in der Wirtschaft. Fachliche Qualität sei der Grundstock zur Führung eines Teams, so der Sportpsychologe. Doch im Spiel wie im Unternehmen würden häufig Entscheidungen im Affekt getroffen. Für Willenborg sei die Einführung des Videobeweises daher ein sehr gutes Instrument, das ihn bei unübersichtlichen Situationen unterstütze, um gerechte Entscheidungen zu treffen. Schiedsrichter müssten immer der ruhende Pol im Spiel sein, erklärte er. Der Cheftrainer hingegen müsse als Teil der Mannschaft auch einmal Emotionen freien Lauf lassen, so Thioune. Der Teamgedanke stehe immer im Vordergrund, denn es sei nicht entscheidend, ob einer den Ball verliere, sondern dass alle versuchen würden, den Ball wieder zurückzugewinnen.

Gemeinsam stellten die drei Referenten einen Aspekt in den Vordergrund: Für Führungskräfte gelte es, eine Strategie zu entwickeln, sich selbst und das Team zu motivieren. Sie sollten sich nicht an Problemen aufhalten, sondern konsequent an Lösungen arbeiten. Dabei sei Vertrauen besser als Kontrolle. Das Team sollte Möglichkeiten zur Entfaltung erhalten. Alle müssten sich im Team einbringen dürfen. Die Führungskräfte müssten das Ganze dabei im Blick behalten.

wa/pm, Foto: Thomas Remme

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