Kaum steigen die Temperaturen an, machen sich Amphibien auf den Weg zu ihren Laichgewässern. Ihre Wanderung dauert voraussichtlich bis in den April hinein. Zu ihrem Schutz sperrt die Gemeinde Wallenhorst an den Hauptwanderrouten der Tiere einige Straßen.
Kröten, Frösche, Molche und Salamander machen sich bei für sie günstigen Witterungs- und Temperaturverhältnissen, vor allem in milden, regnerischen Nächten, auf den Weg. In den meisten Fällen führt dieser Weg über ein todbringendes Hindernis: unsere Straßen. Dabei sterben die Tiere nicht nur, wenn sie von einem Reifen überrollt werden. Studien zeigen, dass ab einem Tempo von 50 km/h der Unterdruck unter dem Fahrzeug bereits zum Tod der Tiere führen kann.
Ehrenamtliche Helfer gesucht
Schutz vor Autos sollen „Krötenzäune“ bieten. Jedes Jahr erklären sich freiwillige Helferinnen und Helfer bereit, diese Zäune früh morgens zu kontrollieren und die Tiere in Eimern sicher über die Straße zu bringen. Die Betreuung eines solchen Amphibienschutzzaunes dauert etwa einen Monat.
In Hollage-Brockhausen sowie am Haster Berg in Rulle stellt die Ortsgruppe des BUND in Kooperation mit der Gemeinde Wallenhorst Krötenzäune auf. Dafür sucht der BUND weiterhin interessierte Betreuerinnen und Betreuer. Wer bei der Amphibienschutzaktion mitmachen möchte, kann sich unter Telefon 0541 2003977 an den BUND im Umweltzentrum in Osnabrück wenden.
Straßen gesperrt
Die Gemeinde Wallenhorst sperrt zum Schutz der einheimischen Amphibien im Frühjahr nachts an den Hauptwandertagen die Straßen „Anne Wiewellen“, „Garthauser Reihe“ und „Im Nettetal“. Mit dem Kreuzweg am Gruthügel und einem Teilbereich des Schleusenwegs in Brockhausen werden zwei Straßen im Außenbereich ganztägig gesperrt. Umleitungen von wenigen Hundert Metern sind eingerichtet. In diesem Jahr wird erstmals auch ein Teilbereich des Maschwegs gesperrt. Dort wandern die Frösche und Kröten aus den umliegenden Gehölzstrukturen in das Regenrückhaltebecken.
Warnschilder statt Zaun oder Sperrung
In Brockhausen werden zudem wieder Warnschilder aufgestellt. Hier wandern die Tiere aus dem nördlich gelegenen Wald unmittelbar durch den Siedlungsbereich zu ihren Laichgewässern. Eine Straßensperrung oder der Aufbau eines Zaunes sind in der Siedlung nicht möglich, daher ist hier bei der Durchfahrt ab Beginn der Dämmerung jedes Jahr besondere Vorsicht geboten. Per Warnschild informiert die Gemeinde ebenfalls am Steinkamp sowie an der Moorbachstraße im Bereich der Einmündung Boerskamp.
wa/pm, Foto: Isabella Markfort



