Dass Blau-Weiss Hollage eine ausgezeichnete Judoabteilung hat, ist bekannt. Doch zu den Deutschen Meisterschaften der Herren fuhr bisher nur Kalala Ngoy. Bis jetzt! Denn Tobias Pistohl kämpfte vergangene Woche in Duisburg um den Meistertitel bis 100 Kilogramm – trotz schwieriger Vorbereitung.
Und plötzlich steht ein Olympiamedaillengewinner neben dir in der Schlange zum Wiegen. “Das war schon überwältigend, neben Eduard Trippel und weiteren Kämpfern zu stehen, denen ich sonst bei Europa- oder Weltmeisterschaftskämpfen zuschaue”, sagt Tobias Pistohl. Der 24-Jährige nahm kürzlich das erste Mal an der Deutschen Meisterschaft teil, für die er sich dank seines zweiten Platzes bei den Norddeutschen Meisterschaften qualifiziert hatte.
Erfolgreichstes Jahr trotz Verletzung
Absehbar waren diese Erfolge in diesem Jahr nicht, denn Pistohl 2026 startete denkbar schlecht: “Bei einem vereinsübergreifenden Training hab ich mir das Außenband gerissen”, erinnert er sich. Doch den Slogan “Come back stronger” hat sich der Judoka offenbar zu Herzen genommen und lieferte ab. Pistohl: “Das Gefühl zur Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften war schon krass. Das war immer mein Kindheitstraum – und den habe ich mir nun erfüllt.”

Dafür arbeitet er hart an Technik und Fitness. Neben dem Training in Hollage, nimmt er auch zwei Mal die Woche entweder bei den Judo Crocodiles Osnabrück oder beim OTB am Training teil. Zusätzlich stehen noch ein bis zwei Mal die Woche Kraft- und Ausdauertraining auf den Programm. Um gegen die deutsche Elite zu gewinnen, muss er allerdings noch ein bisschen was drauflegen. Nach zwei Niederlagen verpasste Pistohl die Finalrunde der Meisterschaft. “Ich habe aber auf jeden Fall eine Menge Motivation für das nächste Jahr mitgenommen. Dann möchte ich mich wieder qualifizieren und dann auch Kämpfe gewinnen. Außerdem fühle ich mich sehr geehrt als Amateursportler mit den Profis gekämpft zu haben”, fast Pistohl sein Erlebnis zusammen.
Text: Markus Noldes / Fotos: privat



