Die Handballerinnen des TSV Wallenhorst gehen als Aufsteigerinnen in die Landesliga-Saison 2026/27. Vor dem Auftakt in eigener Halle gegen Steinfeld haben wir mit Trainer Hauke Klein über die Aufstiegssaison, die personellen Veränderungen im Kader und die Ziele für die kommende Spielzeit gesprochen.
Das hatten sich die Wallenhorsterinnen nicht träumen lassen. Mit neun Siegen aus den ersten neun Spielen starteten sie in die Saison 2025/26 und grüßten im Winter von der Tabellenspitze der Regionsoberliga. „Wir wollten uns tabellarisch und spielerisch im Vergleich zur Vorsaison verbessern. Aber dass es so gut losging, damit hatten wir nicht gerechnet“, erzählt Trainer Hauke Klein. Im Winter wurde das Ziel neu definiert. Der Aufstieg sollte her. „Da kamen wir nicht drum herum“, betont Klein.
Mit dem neuen Ziel wuchs allerdings auch der Druck. Die ersten Spiele wurden verloren. „Das war schon eine gewisse Bürde“, sagt Klein. Am Ende reichte es aber zum Aufstieg. Am letzten Spieltag feierte der TSV den großen Coup. Ein Schlüssel zum Erfolg war die deutlich verbesserte Defensive: Im Vergleich zur Vorsaison kassierte Wallenhorst 61 Gegentore weniger. Das ist auch dem neuen Trainer Holger Kossenjans zu verdanken, der mit Klein ein Gespann bildet und speziell für die Deckungsarbeit geholt wurde.
Personelle Konstanz als Plus?
In der Sommerpause hat sich beim Aufsteiger personell nicht allzu viel getan. “Der Kader der letzten Saison bildet weiterhin das Grundgerüst”, berichtet Klein, der aus Wallenhorst stammt und das Frauenteam des TSV im dritten Jahr coacht. Lena Krone bezeichnet der 53-Jährige als „Herz der Mannschaft“. Sie steuerte 88 Tore in 18 Spielen zum Aufstieg bei. Dahinter tummeln sich mehrere Spielerinnen mit starken Trefferquoten: Dazu gehören Trainertochter Luca Klein (73 Tore), Jessika Vocke (59 Tore in nur 12 Spielen), Sina Hömmeke (45 Tore) und Lisa Knochenwefel (43 Tore).
Allerdings verließ mit Jule Mohrmann (43 Tore) auch eine wichtige Spielerin das Team aus beruflichen Gründen. Der Kader wurde mit vier Spielerinnen aus der zweiten Mannschaft, zwei jungen externen Neuzugängen und einer Torhüterin aus der A-Jugend ergänzt. „Der Star ist die Mannschaft“, findet Klein und trifft damit den Kern: Qualitativ ragt keine Spielerin extrem heraus. Das Kollektiv ist der größte Pluspunkt der TSV-Handballerinnen.
Trainer definiert drei Ziele
Der Sprung von der Regionsoberliga zur Landesliga sei jedoch groß, betont Klein und formuliert drei Ziele: „Wir wollen Spaß an der Landesliga haben, auf einem höheren Niveau Handball spielen und natürlich die Klasse halten.“ Dafür sei es wichtig, früh in einen Flow zu kommen. Auch die Heimstärke könnte eine Rolle spielen. In der Meistersaison gewann der TSV alle Partien in der Sporthalle der Alexanderschule.
Dort findet am Freitagabend (19:15 Uhr) bereits der Auftakt in die Landesligasaison statt. Zu Gast ist der SV Falke Steinfeld, der letzte Saison im Ligamittelfeld landete und ein erster guter Gradmesser für den TSV sein dürfte. „Wir sind wohl nicht der Favorit“, schätzt Klein und hofft auf viele Zuschauer in der Halle. Verdient hätten es die Wallenhorster Handballerinnen nach ihrer starken Saison allemal.
Text: Sven Schüer / Foto: privat



