An Erholung war für die ehrenamtlichen Einsatzkräfte des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Ortsverein Wallenhorst am vergangenen Wochenende nicht zu denken. Während sie an beiden Tagen die sanitätsdienstliche Absicherung der traditionsreichen Telgter Wallfahrt unterstützten, sorgten die Vollsperrung der Autobahn A1 sowie hochsommerliche Temperaturen für zahlreiche zusätzliche Einsätze.
Das DRK-Wallenhorst stellte am Samstag und Sonntag jeweils einen Rettungswagen zur medizinischen Absicherung der Telgter Wallfahrt. Die Wallfahrt nach Telgte zählt mit mehreren tausend Pilgerinnen und Pilgern zu den größten und traditionsreichsten Fußwallfahrten Deutschlands. Doch damit war das Wochenende für die Ehrenamtlichen längst nicht beendet. Gegen 16.30 Uhr am Samstag wurden die Einsatzkräfte zunächst alarmiert, um einen benachbarten DRK-Ortsverein im Landkreis Osnabrück bei einem Brandeinsatz mit Getränken zu unterstützen. Nur 45 Minuten später folgte bereits der nächste Einsatz: Um 17.15 Uhr alarmierte die Regionalleitstelle Osnabrück die Schnelleinsatzgruppe (SEG) Betreuung. Gemeinsam mit den Einsatzkräften der DRK-Ortsvereine Belm-Vehrte und Bissendorf rückten die Wallenhorster Helfer auf die Autobahn A1 aus.

Aufgrund der Vollsperrung im Bereich der Anschlussstelle Osnabrück-Nord infolge von Brückenarbeiten hatte sich ein kilometerlanger Stau gebildet. Bei Temperaturen von deutlich über 30 Grad mussten zahlreiche Reisende über Stunden in ihren Fahrzeugen ausharren. Die Aufgabe der Einsatzkräfte bestand darin, Trinkwasser und weitere Getränke zu verteilen, die Betroffenen zu betreuen und dort Hilfe zu leisten, wo die Hitze zunehmend zur Belastung wurde.
Auch am Sonntag setzte sich die Einsatzserie fort. Da sich der Verkehr infolge der Autobahnsperrung auf das Wallenhorster Gemeindegebiet verlagerte, kam es erneut zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. Wieder wurden die Ehrenamtlichen alarmiert, um die wartenden Autofahrer mit Trinkwasser zu versorgen. Allein an diesem Tag verteilte das DRK-Wallenhorst mehr als 280 Flaschen Wasser an die staugeplagten Reisenden. Eine abschließende Gesamtzahl lag zum Redaktionsschluss noch nicht vor.
Zwischen den Versorgungseinsätzen blieb den Helferinnen und Helfern kaum Zeit zum Durchatmen. Zusätzlich wurden sie zu First-Responder-Einsätzen alarmiert. Dabei leisten die ehrenamtlichen Einsatzkräfte qualifizierte Erste Hilfe und überbrücken die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes – häufig in Situationen, in denen jede Minute entscheidend ist.
Text und Foto: Marc Dahlmöller md-Fotos



