Tom Roseman mit seinem Unterstützer Quoc Viet Nguyen auf den letzten Kilometern seiner 32-fachen Umrundung des Rubbenbruchsees. Foto: Swaantje Hehmann
Die Beine seien natürlich schwer, aber ansonsten gehe es ihm gut, sagt Tom Roseman, als wir ihn einen Tag nach seinem Lauf sprechen. Es klingt, als wäre er “nur” einen Marathon gelaufen. Doch der 21-Jährige hat am vergangenen Samstag gleich 32 Mal den Rubbenbruchsee umrundet und so 100 Kilometer am Stück absolviert. “Es lief besser als gedacht, auch wenn ab Kilometer 60 die Beine richtig schwer wurden. Und wenn du dann weißt, es kommt noch fast ein ganzer Marathon, heißt es kämpfen”, so Roseman.
Kämpfen mit der Kraft und dem Kopf. Denn viel Neues hat Roseman bei dieser Ultradistanz nicht gesehen. “Ich denke, ich werde den Rubbenbruchsee in nächster Zeit meiden”, sagt er und schmunzelt, als wir fragen, ob er dort weiter laufen geht. Ganze 32 Mal an den selben Bäumen und Büschen vorbei, sind auch eine enorme mentale Anstrengung, was die Leistung des Läufers noch beeindruckender macht.
Dass er das durchgehalten hat, lag auch am Support vor Ort. Roseman: “Familie und Freunde haben getan, was sie konnten. Ohne sie wäre es deutlich schwieriger gewesen.” Denn diese sorgten nicht durch Anfeuern für Motivation, sondern kümmerten sich auch um die konstante Verpflegung. Enorm wichtig, denn am Ende waren es über 13,5 Stunden, die sich der Ausdauersportler auf der Strecke befand. Da ist die regelmäßige Energiezufuhr doppelt wichtig. Zudem wurde er regelmäßig auf der Strecke begleitet, was die monotone Wegeführung vermutlich deutlich ertragbarer gemacht hat. Dementsprechend war auf allen Seiten die Freude groß, als absehbar war, dass die Challenge erfolgreich sein würde. So gab es die ersten Umarmungen schon vor dem offiziellen Zieleinlauf. Als es dann wirklich geschafft ist, ist Roseman stolz auf sich: “Aber richtig realisiert habe ich es erst heute. Ich bin unfassbar dankbar, dass das alles geklappt hat und ich auf meinen Willen gehört habe.”
Ein nächstes Ziel hat der 21-Jährige noch nicht ausgegeben. Immerhin hat er mit den 100 Kilometern gerade erst eine selbstgesetzte Traumdistanz überwunden. “Jetzt heißt es erstmal erholen und langsam wieder ins Training finden”, so der Lechtinger. Aber irgendwas wird er sich schon einfallen lassen.
Text: Markus Noldes / Fotos: Swaantje Hehmann
This post was last modified on 15. Juni 2026 23:57
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