Erste Podiumsdiskussion Respektvoller Wahlkampfstart
Die erste von vier Podiumsdiskussionen im Gasthaus Barlag lockte über 300 Zuschauer. Foto: Kolping Hollage
Mitten in den Sommerferien eine politische Podiumsdiskussion? Da haben vermutlich die wenigsten erwartet, dass der Saal im Gasthaus Barlag fast aus allen Nähten platzt. Über 300 Interessierte kamen am Donnerstag, 16. Juli, nach Hollage, um sich ein Bild von den sieben Kandidierenden zu machen.*
Wallenhorst hast Lust auf Wahlkampf. So könnte man die Resonanz zur ersten Podiumsdiskussion, die von KAB, kfd, Kolpingsfamilie und Ministranten Hollage organisiert wurde, deuten. Die größte Herausforderung war jedoch nicht ein freier Platz, sondern sieben verschiedene Kandidatinnen unter einen Hut zu bekommen. Diese Aufgabe hatte Moderator Andreas Luttmer-Bensmann inne, der die Ohren bei seinen Gästen, aber die Augen häufig auf der Uhr hatte.
So gestaltete sich ein respektvoller Austausch, ohne große politische Angriffe. Die blieben auch beim Dauerbrenner Grüne Wiese und Wohnraum aus. Dass Sahnestück im Zentrum der Gemeinde würden alle gerne bebaut sehen – außer Lisa Böge von den Linken. Mehr attraktiven Wohnraum forderte aber auch sie. Des Weiteren ging es um die Unterstützung von Vereinen in Gemeinde, die Wertschätzung des Ehrenamtes sowie der Stärkung des Zusammenlebens. Etwas überraschend: Alle Kandidierenden hatten im Vorfeld die Fragen erhalten – außer Alexander Strehl. Warum, konnten wir noch nicht klären. Auch Strehl selbst wusste nach dem Abend nicht warum.
Noch drei weitere Podiumsdiskussionen warten auf die Kandierenden. Ab jeweils 19 Uhr kommen alle am 19. August in der Gymnastikhalle in Wallenhorst, am 3. September in der Angelaschule und am Freitag 4. September im Gasthaus Nieporte in Rulle zusammen, ehe am 13. September gewählt wird.
Und wie fanden es die Kandidierenden selbst?
Marion Müssen (parteilos): Stärkung, Wertschätzung und Sichtbarkeit des Ehrenamts, Wohnen als zentrales Zukunftsthema in Zeiten des gesellschaftlichen und demographischen Wandels und Gemeinschaft, also WIR, sind meine zentralen Themen, die ich in meine Bewerbung einbringe. Ich habe mich in dieser Podiumsdiskussion Zuhause gefühlt, denn die Themenauswahl passt zu meiner politischen Tätigkeit und zu meinen Leitsätzen im Leben und politischen Handeln.
Markus Steinkamp (FDP): Ich habe mich sehr über das respektvolle Aufeinandertreffen gefreut – diesen positiven und zugewandten Umgang sollten wir uns im weiteren Wahlkampf bewahren. Ich nehme mit, dass es in vielen Themen Gemeinsamkeiten gibt, aber auch Unterschiede deutlich geworden sind, insbesondere beim Umgang mit den Gemeindefinanzen. Besonders gefreut hat mich das große Interesse der Bürgerinnen und Bürger: Ein prall gefüllter Saal mitten in den Sommerferien sowie viele gute Gespräche und wertvolle Hinweise im Anschluss sind alles andere als selbstverständlich.
Birgit Schad (parteilos): Der Abend war sehr gut vorbereitet und gelungen, die Anzahl der anwesenden Bürger und Bürgerinnen sprach für sich. Die Moderation war kurzweilig und fair, der Umgang der Kandidaten und Kandidatinnen untereinander ebenso. Ich nehme mit, dass viele Menschen in Wallenhorst sehr aufgeschlossen und interessiert an der Kommunalwahl sind und sich ausgiebig mit dem Thema Bürgermeisterwahl beschäftigen, indem sie auch den persönlichen Kontakt zu den Kandidaten/innen suchen und gezielte Wünsche und Fragen hervorbringen, was ich als sehr positiv ansehe.
Alexander Strehl (unabhängig, unterstützt von den Grünen): Es war ein intensiver Abend, von dem ich einige wertvolle Impulse mit auf den Weg nehmen konnte. Hierbei ist die Intensivierung der Verknüpfung von ehrenamtlichem Engagement zwischen Vereinen/Verbänden und der Verwaltung im Rathaus ein wichtiges Thema sowie die Fortführung der im Jahre 2022 gestoppten Planungen für ein integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK) für den Hollager Ortskern. Zusammenfassend war es für mich ein sehr spannender und aufschlussreicher Abend.
Christian Böwer (parteilos, unterstützt von der SPD): Die beeindruckende Zahl der Besucherinnen und Besucher hat das hohe Interesse der Menschen an unserer Gemeinde und der Bürgermeisterwahl eindrucksvoll unterstrichen. Der Abend hat einmal mehr gezeigt, dass unser vielfältiges Ehrenamt auch in Zukunft mehr denn je die passende Unterstützung verdient. Dafür setze ich mich ein.
Michael Lührmann (CDW, unterstützt von der CDU): Ich habe den Abend als sehr sachlich und konstruktiv erlebt, besonders gefreut haben mich das große Interesse der Bürgerinnen und Bürger und die zahlreichen positiven Rückmeldungen. Mir war wichtig, meine Vorstellungen zu Themen wie Ehrenamt, bezahlbarem Wohnraum, Einsamkeit und der finanziellen Entwicklung unserer Gemeinde deutlich zu machen. Ein großer Dank gilt den Hollager Veranstaltern vom Kolping, KAB, KFD und Minis sowie den Gästen, die sich trotz des warmen Wetters Zeit für die Demokratie genommen haben.
*Transparenzhinweis: Da unsere Redaktion leider an diesem Tag verhindert war, gehen wir nicht weiter auf die Aussagen der Kandidierenden ein, da wir sie selbst nicht gehört haben. Das Feedback haben wir im Nachgang per Mail eingeholt. Zudem ist die Agentur des Redakteurs mit Marketingaufgaben des Kandidaten Alexander Strehl beauftragt. Die Beauftragung erfolgte vor seiner Tätigkeit für wallenhorster.de